Nachgefragt: Fernreisen mit Kindern und Teenagern

von Mehr

16 Januar 2017

Interview mit Ralf Wiemann, Geschäftsführer bei „erlebe-fernreisen

Reisen bildet, erweitert den Horizont und fördert die Toleranz. Das schätzen viele Menschen und würden diesen Mehrwert gerne auch ihren Kindern vermitteln. Sie sollen einen Einblick in andere Kulturen und Lebensformen bekommen, um zu toleranteren, besseren Menschen zu werden. Doch bei vielen Eltern spielt auch die Unsicherheit mit, inwieweit es überhaupt möglich ist, mit Kindern und Jugendlichen in ferne Länder zu reisen.

Ich habe bei Ralf Wiemann, dem Geschäftsführer von „erlebe-fernreisen“ nachgefragt, wie seine Erfahrungen sind. Er ist Familienvater von zwei Kindern im Alter von 14 und 17 Jahren. Ralf ist selbst leidenschaftlicher Reisender und hat schon unzählige Länder in Europa, Afrika, Asien und Mittelamerika besucht. Seine Kinder begleiten ihn seit sie zwei Jahre alt sind. Inzwischen sind die Kinder im Teenageralter und reisen immer noch mit ihren Eltern.

Fernreisen mit Kindern und Jugendlichen – welche Vorteile siehst du für Familien darin?

Ralf Wiemann: Meine Kinder lernten in unseren Urlauben andere Kulturen und Menschen kennen, dadurch erlernten sie Toleranz und Offenheit – ohne Vorurteile auf andere Denkweisen und Kulturen zu leben. In jedem Urlaub haben wir örtliche Partner getroffen und uns intensiv mit ihnen ausgetauscht. Darüber hinaus haben wir uns mit den Kindern auf eine spielerische Art den kulturellen Denkmälern genähert, sodass sie lernten die Geschichte richtig zu leben und zu interpretieren.

Was glaubst du, ab welchem Alter kann man mit Kindern auch in entferntere Regionen reisen?

Ralf Wiemann: Unsere erste Reise haben wir mit unserem Sohn gemacht, da war er drei Monate alt. Heute ist er 17 Jahre und fragte letztens schon, wo wir gemeinsam in 2017 hinreisen wollen. Reisen gibt in jedem Alter unheimlich viel; wenn die Kinder klein sind, muss der Tagesablauf geregelter sein und die Fahrtstrecken nicht zu lang.

Worauf achtest du vorab bei der Wahl des Urlaubslandes? Besprecht ihr das im Kreis der Familie oder legt ihr als Eltern fest, wohin die Reise geht?

Ralf Wiemann: Als die Kinder noch klein waren, haben wir es bestimmt, aber mit ca. zehn Jahren wollten und durften sie schon mitbestimmen. Seit Jahren besprechen wir unsere Wünsche im Kreise der Familie und einmal im Jahr fliegen wir gemeinsam weg. Wohin es geht, entscheiden wir alle gemeinsam. So sind wir in 2016 auf Kambodscha gekommen.

Wie wichtig ist dir die medizinische Versorgung vor Ort, der Impfschutz vor der Reise und auch die Sicherheit im Land? Ist das auch entscheidend für die Wahl des richtigen Reiseziels?

Ralf Wiemann: Natürlich reisen wir in keine Länder, in denen explizit eine Reisewarnung besteht und auch Länder, wo die Malariagefahr hoch ist, vermeiden wir. Ansonsten haben wir uns immer sehr gut an die örtlichen Gegebenheiten anpassen können. Aber bisher fühlten wir uns in allen Ländern sicher und willkommen.

Spielt die Flugzeit eine Rolle bei der Wahl des Reiseziels? Wie bereitest du dich und die Kinder darauf vor?

Ralf Wiemann: Sicher, gerade mit kleineren Kindern sollte die Flugzeit nicht zu lang sein, sie werden schneller unruhig. Aber je älter die Kinder werden, umso leichter ist es mit Kindern, auch länger zu fliegen. Wir versuchen den Weg von der Haustür zum ersten Standort im Land nie länger als 16 Stunden werden zu lassen. Wir nehmen aber genug Gesellschaftsspiele mit, um die Wartezeiten zu überbrücken.

Was ist anders bei einer Fernreise mit Kindern?

Ralf Wiemann: Die Bausteine müssen so geplant sein, dass sie auch für Kinder interessant sind. So bieten sich Zeitzeugen als Reiseleiter an, die sehr lebendig eigene Erlebnisse schildern können. Nicht zu viele Museen oder Kirchen besichtigen, die Wanderungen/ Radtouren sollten ausgewogen sein, ebenso die Fahrtstrecken pro Tag. Außerdem ist immer ein Faulenzertag zwischendurch sehr hilfreich und natürlich WLAN.

Wie sieht es mit der Wahl der richtigen Unterbringung aus? Was sollte eine familientaugliche Unterkunft mitbringen?

Ralf Wiemann: Die Zimmer sollten nicht zu klein sein und wenn die Kinder in anderen Zimmern untergebracht sind, sollten die Zimmer nebeneinander liegen. Ein Pool sowie WLAN ist für Kinder und Jugendliche immer wichtig. Ansonsten brauchen sie Möglichkeiten für Entdeckungen rund um die Unterkunft und es ist immer schön, wenn sie auch andere Kinder kennen lernen können.

Deine Kinder sind nun schon im Teenageralter. Was hat sich damit für eure gemeinsamen Reisen geändert?

Ralf Wiemann: Meine Kinder interessieren sich noch mehr als früher für die anderen Kulturen, sie suchen den Austausch mit den Gastgebern und sind einfach offener geworden. Anderseits brauchen sie mehr Freiräume und wollen nicht alle Details des Programmes mit den Eltern machen, sondern auch schon mal unter sich sein. Aber mittlerweile nehmen sie auch schon an Kochkursen teil und da finden sich plötzlich neue Kompetenzen!

Ist es schwerer mit Jugendlichen zu reisen oder kommt es nur darauf an, ein abwechslungsreiches und altersgerechtes Programm zu finden?

Ralf Wiemann: Es ist sogar eher leichter, wenn wir ihnen ein abwechslungsreiches Programm liefern. Als wir letztes Jahr in Marokko waren, liebten sie die einheimische Küche (CousCous), durchstreiften auf eigene Faust die Hafenstadt Essouria, ritten auf Kamelen und erlebten auf einer Radtour traumhafte Oasen. Ein Höhepunkt war sicher auch der Besuch der imposanten Kulissen von Ait Benhaddou, wo sie viele Szenen aus Hollywoodstreifen wieder erkannten. Aber immer wieder mit den Menschen in Gespräche zu kommen war für meine Kinder das größte Highlight. In Kambodscha in diesem Jahr war es genauso.

Buchst du ganz normale Ausflüge oder bewusst Reisebausteine, die altersgerecht sind, wie etwa „Fährtensuchen in Afrika“?

Ralf Wiemann: erlebe-fernreisen“ bietet so viele Bausteine an, die für Kinder und Jugendliche super geeignet sind, daher buche ich immer Bausteine, die zu uns passen und puzzle diese Bausteine zu einer Rundreise zusammen.

Achtest du auf Ruhezeiten zwischen den Aktivitäten oder auch auf komplett freie Tage?

Ralf Wiemann: Wie bereits erwähnt, ist es immer besser, die Aktivitäten nicht zu sehr auszudehnen. Zwischendurch ist es schon sinnvoll mal einen Ruhetag einzulegen, um das Erlebte auch verarbeiten zu können. Also sehe ich das als eine Kombination von beidem.

Bezieht ihr die Kinder in die komplette Reiseplanung mit ein, also auch in der Wahl der Ausflüge und Aktivitäten?

Ralf Wiemann: Natürlich – es stärkt das Familiengefühl so etwas gemeinsam zu planen und sich dann auch drauf zu freuen, aber so verhalten wir uns auch im Alltag.

Welche Länder sind besonders gut geeignet für eine Reise mit der ganzen Familie? Was ist deine Meinung dazu bzw. die der erlebe-Mitarbeiter, die ja auch oft mit ihrer Familie reisen?

Ralf Wiemann: Das kommt auf die Reisezeit und das gewünschte Erlebnis an. Für das nächste Jahr schwanken wir zwischen einer Familienreise nach Südafrika, wo wir Tiere beobachten und beeindruckende abwechslungsreiche Landschaften erleben können oder Costa Rica, das auf kleinstem Raum alles bietet: 2 Ozeane, Berge, Dschungel und Tierwelten. Mein Bruder kam gerade mit seiner Familie vollkommen begeistert von einer erlebe-Reise nach Thailand zurück. Meine Tochter träumt außerdem von Kanada mit seinen unendlichen Wäldern und Seen.

Wie gut funktioniert es für dich mit Kindern zu reisen?

Ralf Wiemann: Ich kann mir ein Reisen ohne meine Kinder überhaupt nicht mehr vorstellen. Im Urlaub wandern, radeln und reiten wir gemeinsam, erleben viel zusammen.

Gab es bestimmte prägende Erlebnisse, die Spuren in der Entwicklung deiner Kinder hinterlassen haben, bei denen du auch im Nachgang noch denkst „Mensch, die Reise hat sich absolut gelohnt“?

Ralf Wiemann: Eigentlich jede Reise. Als Beispiel möchte ich Kambodscha nennen, wo wir einen Tag mit einem Zeitzeugen der Schreckensherrschaft der roten Khmer unterwegs waren. Mein Sohn erzählt heute noch, wie beeindruckend es war, mit einem echten Zeitzeugen unterwegs sein zu können.

Was möchtest Du anderen Eltern mitgeben, die noch in der Entscheidungsfindung sind, denen vielleicht noch etwas der Mut fehlt?

Ralf Wiemann: Traut Euch einfach, jede Reise ist eine absolute Bereicherung für das Familiengefühl und die Kinder danken es in jedem Fall. Reisen bildet spielerisch und fremde Kulturen lehren Offenheit und Toleranz.

Zum Abschluss möchte ich natürlich noch wissen, welchen Familienurlaub ihr gerade plant und welche Beweggründe es für dieses spezielle Reiseland gibt?

Wir schauen uns gerade die Südafrika-Bausteine an und sind ganz begeistert vom Baustein im Nordosten Südafrika „Panorama-Route und Safari“. Außerdem wollen wir auch unbedingt den Safaripark besuchen.

Vielen Dank für deine Zeit und die ganz persönlichen Einblicke. Ich hoffe, das hilft anderen Familien den Mut für ihr großes, gemeinsames Abenteuer zu finden und endlich auch in die Ferne zu reisen.

 


Wer sind wir?

„erlebe-familienreisen“ ist Teil der „erlebe-fernreisen GmbH“, ein Reiseveranstalter mit einem ganz besonderen Konzept. Wir haben uns auf die Entwicklung von einzelnen Reisebausteinen spezialisiert, die auf Familien mit Kindern abgestimmt sind. So lernen Sie verschiedene Länder und Kulturen aus nächster Nähe kennen.

 

Wie können wir Ihnen Ihnen helfen?

Die Planung einer Fernreise mit der Familie ist meist recht zeitaufwendig und langwierig, daher haben wir uns speziell auf diese Reisen spezialisiert. Die Bedürfnisse der Eltern und der Kinder stehen bei der Reiseplanung für uns an erster Stelle. Wir passen die Route genau an Ihre Wünsche an und geben Ihnen Tipps aus erster Hand, was Sie mit Ihren Kindern unternehmen und erleben können. Lernen Sie uns genauer kennen. Gerne unterstützen wir Sie bei der Planung Ihrer nächsten Familienreise.

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